"Hi Ho Jungs!" ...lasst uns Zombie White aus der Scheiße ziehn!

Hmm... Womit beginnen? Jemand empfindlich, was Filme wie "Der Herr der Ringe", "Mononoké Himé", "Pans Labyrinth" und "Krabat" angeht? Dann besser nicht weiterlesen und schon gar nicht "Snow White and the Huntsman" ansehen. Schmerzbefreit und Spaß an übelstem Schund, dreister zusammengeklaut als alles was ich je gesehen habe, Schadenfreude beim Auslachen absurder Dialoge, überkitschigen Teletubbie-Welten (es sollte ein Heiliger Hain oder sowas ähnliches werden, aber dazu komme ich noch später) und nicht ganz so episch gewordenen "Schlüsselszenen"? Dann schaut ihn euch an!

Die Story

Wie bei Schneewittchen kriegt die Mama Königin beim Schlafwandeln im Winter ihren Wunsch einer perfekten Tochter erfüllt und gibt irgendwann später den Löffel ab. Der Film gibt ihr hier aber noch die Gelegenheit, ihrer Tochter ein paar unglaubliche Weisheiten mit auf den Weg zu geben.

Die böse Stiefmutter-Hexe - eigentlich nur eine arme unverstandene, vom Schicksal misshandelte Seele muss sich allerdings ein bisschen ins Zeug legen, damit sie vom König vor den Altar gezerrt wird, dann aber legt sie richtig los. Sie wartet gar nicht erst, bis Schneewittchen ein Schnittchen wird, sondern murkst ihren Vater direkt in der Hochzeitsnacht ab und sperrt das Töchterlein für die nächsten Jahre in einen hohen, unzugänglichen Turm (ja hey, nur ein Märchen reicht nicht für diesen epischen Film!).

Das lange Darben im Turm hat ihr leider gar nicht gut getan, ihr niedliches, warmherziges Lächeln als Kind ist einer starren Maske gewichen - bildschön, aber ungefähr so schauspielerisch begabt wie Chuck Norris plus Titten - das kann schonmal passieren, wenn man vorher zu oft mit glitzernden Pseudo-Vampiren gevögelt hat. Die Vogelfreundchen mit denen sie schon als Kind gezwitschert hat, zeigen ihr einen raffinierten Weg, den Bruder der bösen Königin zu überrumpeln, als er sie noch ein letztes mal befummeln will, bevor er sie zu seiner Schwester bringen soll, die ihr das Herz herausreißen will. Ein bisschen zuuu gemein für den Anfang eines Films, klappt ja auch alles nicht, die ungezogene Göre schlitzt ihm mit einem Nagel das Gesicht auf und flieht schließlich durch die Latrine ins Freie (praktischerweise steht die Burg mitten auf den Klippen am Meer und als sie an Land gespült wird, wartet schon ein traumhaftes Pony auf sie :)

Es folgt eine Flucht durch das durch die böse Hexe versehrte Land, nicht ohne verzweifelt blickende, zerlumpte Untertanen, die hilflos zuschauen müssen, wie die herrliche Maid auf ihrem Roß den üblen Schergen entrinnt. Diese erinnern nur flüchtig an ein paar untote Gestalten in schwarzen Kutten auf ebenso schwarzen Pferden. Allerdings bleiben sie schon im Schlamm des naheliegenden Baches stecken, für reißende Fluten mit magischen Pferden ist hier keine Zeit, ein einzelnes weißes Pferd tut es auch.

Die Hexe ist natürlich wenig begeistert und heult ihrem Bruder so lange die Ohren voll, bis der den nächsten Trunkenbold aus der Jauche zieht (ja, bisschen billig, schon wieder Fäkalien!), erpresst ihn erst, als er nicht willig kniet, lügt sie ein bisschen rum, was die Belohnung angeht und er glaubt ihr einfach so. Schade, denn eigentlich sah er trotz Trunkenheit gar nicht so dumm aus.

Der Hexenbruder freut sich ein bisschen zu voreilig, als der Huntsman (warum heißt das nicht einfach Jäger? Ist das nicht episch genug?) Schneewittchen ausm Busch pflückt und erzählt ihm, dass er sein Weib eh nicht zurückbekommt, weil sie tot ist und bleibt. Das ist nicht so gut, weil der Jäger sich die Beute krallt und mit ihr durchbrennt um sie zur Burg des letzten rebellischen Ritters zu bringen, den sie zum Sturm auf die Hexe motivieren will. Sie machen Halt in einem kleinen Flußdorf und der Jäger kriegt kalte Füße. Er hört nicht auf das Betteln der Frauen und will sich verdrücken. Doch der böse Bruder ist gerade dabei, das Dorf abzufackeln, als er es sich doch anders überlegt, zurückkehrt und mit Schnittchen flieht.

Leider können sich die beiden Helden nicht lange darüber freuen, denn jetzt müssen sie sich erst mal von Zwergen überfallen lassen. Der Bitte, doch eiligst losgeschnitten zu werden, da Brüderchen samt Gefolge bald da sein wird, kommen diese jedoch nach, als Papa Schlumpf das Schnittchen erkennt und seinen Brüdern sagt, dass das gute Kind sie alle erleuchten wird. Später muss sich Schneewittchen fragen, ob sterben nicht besser gewesen wäre, als am Lagerfeuer mit Zwergen zu kuscheln. Am nächsten Morgen wandern die neuen Gefährten zu einem mystischen Ort. Pilze schweben mitten in der Luft und plustern sich auf, andere zwinkern mit vielen kleinen Augen im Moos (immerhin, sie schnattern nicht auch noch), hier und da wachsen Blümchen und ein Eichhörnchen hüpft anmutig durchs Bild. Man möchte nie wieder gehn - doch da kommt der weiße Hirsch und schnaubt entrüstet, man solle doch das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Dieser heilige Moment wird ganz plötzlich und brutal zerstört, denn da ist Brüderchen wieder und will das Schnittchen endlich zu Schwesterchen bringen. Allerdings ist er nicht so der beste Chef, er stellt einfach jeden dahergelaufenen Robin Hood als Gefolgsmann ein, der sich natürlich auch gleich seiner Jugendfreundin zu erkennen gibt. Schließlich bekommt der Jäger seine Rache und pfählt den Hexer am nächstgelegenen Baum und die Guten gewinnen schon wieder. Danach machen sie sich auf zur Burg der Königstreuen - die Musik während/nach dem Begräbnis klingt nur ganz entfernt wie die im zweiten HDR ;)

Die Hexe lässt sich vom Versagen ihres Bruders nicht entmutigen. Sie tarnt sich als Jugendfreund William und lässt Schnittchen in den vergifteten Apfel beißen. Der echte William und der Jäger bemerken das zu spät, die Langschläfer, können die Hexe nur noch ein wenig bekämpfen, sie zerspringt in Dutzende Vögel und flieht zurück ins Schloss. Die Gefährten kommen samt totgeglaubter Prinzessin zurück zur Burg. Hier wird sie aufgebahrt, der Jäger hält eine ergreifende Rede und gibt ihr ein Küsschen. Warscheinlich hat sie dem Schnittchen nicht gefallen, denn sie fängt direkt an zu heulen, steht als Zombie White wieder auf und hält eine, naja, auch nicht so richtig tolle Rede.

Macht aber nix, die anderen wussten auch vorher schon, dass sie die Hexe nicht so gern haben und reiten los. Als sie vor der Burg stehen, fällt ihnen die leicht unpraktische Lage auf, aber Schnittchen erinnert sich an den Latrinenausgang und schickt die armen Zwerge rein. Diese sind vergnügt und froh und natürlich schaffen sie es, das Tor zu öffnen. Jetzt passiert eigentlich nicht mehr viel. die Hexe guckt kurz zickig ausm Fenster, lässt ein paar Scherbengolems die Drecksarbeit machen und wird nach ein paar Sprüchen doch von ZombieWhite erdolcht. Eine letzte Krönungszene, bei der sich Schnittchen und Jägersmann nochmal lüstern ansehn, und das Happy End ist perfekt :)

tl;dr

So ein Dreck.

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