Ist das Kunst oder kann das weg?

Naja, manches wird wohl mittlerweile wieder weg sein, wegen des Regens, aber ich habe vom heutigen "Craft Beer and Street Art"-Festival in Bad König ein paar Fotos mitgebracht. Der Plan, als ich beschloss, dorthin zu fahren war, mich dort ein wenig niederzulassen und zu zeichnen oder malen.
Zuhause kann ich mich derzeit darauf nur sehr schwer fokussieren, da ich, wohin ich blicke, liegengebliebene Arbeit sehe - und dann fällt meist alles Kreative, wie üblich, aus Löffelgründen hinten 'runter. Das wollte ich durchbrechen und daher wurde es Zeit für eine kleine temporäre Luftveränderung.
Angekommen in Bad König habe ich mir erstmal habe ich mir eine geeignete Stelle gesucht:

close up: Decke, mit zwei Bierflaschen, auf der einen steht "Kellerkind", Fächer, daneben meine Schuhe und Straßenmalkreide, sowie mein KaffeebecherGesamte Ansicht Decke, mit Luftkissen zum draufsitzen und meinen Aquarellfarben, Block, Bechern mit Wasser drin und Taschen, Schuhe, Flaschen

Das Fot zeigt mich mit Käptn-Mütze mit Kreidespuren darauf, Sonnenbrille, fröhlichem Gesichtsausdruck und blauem Leinenkleid. Blick in die Baumkrone

Einen Aquarellversuch habe ich begonnen und konnte die Skizze etwas weiter fortführen, leider bin ich nicht mehr fertig geworden damit, denn ich musste meinen Platz irgendwann aufgeben, da der Platz sich immer mehr füllte und Menschen irgendwann auch über meine Decke liefen. Außerdem war die Musik (der Bass) gar nicht gut abgemischt. Das war sehr schade, weil der Platz ansonsten wirklich toll war, unter Baumschatten.

Aquarellskizze zeigt zwei sitzende Menschen auf einer Bank im Schatten eines großen Baumes Das gleiche Bild, aber mit mehr Details, mehr Linien der Personen, Schuhe, Hose, Gesicht deutlicher gezeichnet


Als es noch nicht ganz so überlaufen war, sind auch immer wieder Menschen stehen geblieben, auch wegen der Kreidesprüche, die ich an verschiedenen Orten in der Fußgängerzone hinterlassen habe. Eines fehlt hier leider, weil es zu groß geworden ist und ich das mit dem Panoramafoto nicht hinbekommen habe, dort hatte ich "No border, no nation" und "Seenotrettung ist kein Verbrechen" hingeschrieben.

Weitere seht ihr hier:

Auf der Straße steht mit Kreide geschrieben: solidarity with seawatch.org und ein Herz dazwischengemalt

Das Video zeigt den Kreidespruch: "viva con agua", "Trwinkwasser ist ein Grundrecht, keine Ware" und "Enteignet Nestlé"

Sehr gut gefallen hat mir auch der Auftritt von der Band "Fluse", die einzige (von denen, die ich mitbekommen habe), die den Bass nicht so sehr aufgedreht hatten, dass mir schlecht geworden wäre, außerdem mit einem fähigem Sänger, tollen Texten und ebenso guter Begleitung mit Gitarre und Percussions. 
Leider habe ich sie nicht mehr fotografieren oder filmen können, der Auftritt war nicht so sehr lange, die nachfolgende Band hat mir dann überhaupt nicht gefallen, weswegen ich wieder weitergegangen bin.
Zwischenzeitlich kam die Sonne raus, leider dann auch zu viele Menschen für meine Reizfilter und ich habe mich dann wieder auf den Nachhauseweg gemacht. Insgesamt war ich aber auch fast 4 Stunden dort, das war mehr als ausreichend.

Zum Glück fängt der Sommer ja erst an, denn: Ich möchte sowas unbedingt wieder machen, aber nicht so spontan, also gut geplant... und nicht alleine, gern mit Musik dabei und einem Zelt (hat wer von euch so eins?).
Wenn ihr Veranstaltungen, Orte, Städte wisst, wo sowas passen könnte, könnt ihr mir gern schreiben, entweder hier kommentieren, per email oder über Twitter oder Mastodon. ♥

Betroffene sind keine Handpuppen und Ableismus ist nicht lustig, sondern Gewalt.

Was hat das mit Nico Semsrott zu tun? Leider eine ganze Menge. Ich gestehe, ich fand ihn vor bis noch nicht allzu langer Zeit sehr lustig und schlau und alles. Nur bin ich da auf eine zu seinem Programm gehörende Masche hereingefallen (warum sein Bild von Depressiven, das er zeichnet, Betroffenen eher schadet und nicht etwa ein Tabu bricht oder sowas, dazu später).

Internalisierte Ableismen sind besonders schwer zu erkennen, weil sie subtil daher kommen und Normen ausnutzen. Hiergegen hilft nur Aufklärung. Wer marginalisiert wird, befindet sich dadurch in einer von außen erzeugten geschwächten Position. Da diese von vornherein besteht oder bestanden hat, hat die betroffene Person zunächst keine Vergleichsmöglichkeit und übernimmt so eingangs diesen Zustand als gegeben hin und empfindet ihn dadurch als richtig.

Das lässt sich nur dadurch aufbrechen, wenn wir uns immer wieder bewusst machen, was eigentlich geschieht. Mehr über die Thematik, auch über die Parallelen zu anderen Diskriminierungsformen, könnt ihr hier nachlesen: https://inklusionsfakten.de/die-kinder-mit-behinderung-werden-gehanselt/

Ich nehme nicht an, dass die Mehrheit derer, die die PARTEI feiern, besonders behindertenfeindliche Menschen, also zum Beispiel offen bekennende Nazis sind (diese wählen dann doch eher zum Beispiel die AfD oder Unionsparteien), oder überdurchschnittlich ignorant, wie manche Sozialdemokrat_innen; und wenn eins nicht besonders lange darüber nachdenkt, kommen die meisten Sprüche zunächst scheinbar nur ein wenig frech und dabei auch klug, andere demaskierend daher.

Aber sie sind es nicht und von Satire haben sie auch nicht nur vorgebliche Ahnung, dabei bestreitet ein Teil der Agierenden den Lebensunterhalt mit Unterhaltung, die humorvoll sein will - es sollten also wenigstens Grundlagen vorhanden und bekannt sein. Doch wer dabei so plump und Würde Dritter verletzend vorgeht wie prominente Mitglieder der PARTEI, befindet sich damit leider eher auf einem Comedy-Niveau wie Mario Barth, Dieter Nuhr, Ulf Poschard oder Franz von Wagner.

Dabei ist es nämlich auch so, dass nicht nur die Rechte anderer wissentlich missachtet werden, gleichförmige, eindimensionale Provokation als beständiges und alleiniges Stilmittel ist obendrein auch einfach furchtbar redundant, also ziemlich langweilig. Die einzige Maske, die sie hier ablegen, ist die eigene - wer jetzt noch einen "satirischen" Zeigefinger dazu braucht, um zu erkennen, wie menschenfeindlich Rechte agieren, der versteht dies auch nicht dadurch, dass sich "Satiriker" dabei "als Überspitzung" nicht dafür zu schade sind, andere vor den Bus zu werfen, um ihren "Witz" zu vermitteln und dabei nur nach "Unten" treten.

Dieses "Unten" bezieht sich hier auf den Platz, der Menschen diverser Gruppenzugehörigkeiten gesellschaftlich immer noch in breiter Masse in nahezu allen Situationen des täglichen Alltags zugewiesen wird. Diese Einordnung geschieht ohne Konsens, ohne Opt-In oder Opt-Out, es bleibt für Betroffene nur ein "friss oder Stirb!" übrig. Das ist keine echte Wahlmöglichkeit, also keine Freiwilligkeit. Dies konstant zu leugnen, die Äußerungen Betroffener und ihre Kritik zu negieren und zu relativieren ist im Übrigen auch ein beliebter Schachzug von bewussten Ableisten: Gerne genutzt, denn er funktioniert meist ohne großen Aufwand.

Sonneborn selbst ist schon häufiger mit Behindertenfeindlichkeit aufgefallen (zum Beispiel hier und hier), nochmal zum Mitschreiben: Faschismus ist eine willentliche Entscheidung und hat weder mit dem Intelligenzquotienten noch mit der Bildung viel zu tun, nicht mal mit Armut.

Es gibt hochgebildete und begüterte Nazis, die ganz genau wissen, was sie tun. Sie bauen und nutzen ihre Netzwerke - im Internet, in Filterblasen, sie nutzen Verschwörungstheorien oder agieren in eigens gegründeten Vereinen, Firmen und NGOs, die im Gegensatz zu humanitären unbehelligt bleiben trotz Verstößen gegen geltende Gesetze, Burschenschaften, die genauso unter Radar laufen wie Netzwerke in Polizei, Bundeswehr, oder bis hin ins Richteramt. Auch in den Medien, den Chefetagen der Firmen und in den Parlamenten sitzen sie. Ausgestattet mit Machtbefugnissen, Bildung und Geldern. Es ist keine Notlage. Und es gibt immer eine Wahl).

Auch Semsrott schadet mit seinem Auftreten. Dieses Bild, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen, also beispielsweise Depressive, konstant ein bestimmtes Klischee erfüllen und keine Abweichung von dieser pathologisierenden Norm möglich ist, trägt nicht zu einer Verbesserung für Betroffene bei. Im Gegenteil, so kann das Klischee des ewig antriebslosen und melancholischen Depressiven dazu führen, dass Betroffene nicht nur eigene Probleme verstecken, wenn sie vom Klischee abweichen, nicht "schlimm genug" (auch ohne Suizidalität kann dieses internalisiert-ableistische Selbstverständnis von Depression das Leben Betroffener erheblich erschweren und den Alltag massiv belasten), also nicht als valide empfunden werden oder diesem sonstwie nicht entsprechen.

Es kann sogar soweit gehen, dass ein Nachlassen der Dysphorie, also plötzliche Euphorie, mit Manie verwechselt wird und dann dadurch entstandene Selbstzweifel und Panik dafür sorgen, dass sich diese positiven, Energie wiederherstellende Wahrnehmung ins Gegenteil verkehrt. Und hier nenne ich nur einen einzigen inneren Konflikt, Angriffe und Attacken von außen durch bestimmte Erwartungshaltungen, die nicht erfüllt werden nach Ansicht anderer, kommen hinzu.

Den Schaden tragen dabei allein die Marginalisierten selbst. Klischees schaden also Betroffenen direkt und weder Erkrankungen noch Behinderungen und die damit verbundenen gesellschaftlich-begünstigten Schwierigkeiten für die Betroffenen taugen als Stoff für eine Unterhaltungssendung, sondern sie sind erlebte und bittere Realität.

Damit folgt aber auch die PARTEI (und ihr nahestehende Promis) leider auch nur einem internationalen Trend, wie kürzlich in dem Fall mit dem Theaterstück in den USA, in dem ausschließlich ein autistisches Kind als Handpuppe dargestellt und so Othering betrieben wurde.

Wie Inklusion tatsächlich funktionieren kann und dass es möglich ist, Vielfalt selbst kindgerecht, einfach verständlich und dabei auf Augenhöhe anderen nahezubringen, beweist ein ganz anderes Beispiel: Julia. Hier sind fast alle Charaktere, nicht nur einer, durch Puppen dargestellt, was eine Gemeinsamkeit schafft und dabei gleichzeitig durch die bunten, eingängigen Figuren leicht zugänglich gemacht wird.

Der Hosentaschenjunge wird 30.

Disclaimer für jüngere Lesende: 
Im Folgenden gibt es leicht seltsam anmutendes Gerede über eine anfangs sehr klobige, hellgraue, ziemlich hässlich aussehende Minikonsole mit eher blechernem, aber okayem Ton, in Anfangszeiten mit noch unbeleuchtetem und monochromen Display zu lesen (mit den Jahren kam dann eine Beleuchtung und auch Farbe hinzu und die Grundform entwickelte sich stetig weite, bis daraus die verschiedenen DS-Versionen und schließlich der 3DS wurde).


Der Gameboy! 
Nachdem ich in jüngeren Jahren nur daneben sitzen durfte (manchmal auch selbst spielend), wenn mein älterer Bruder auf seinem Atari, oder später auch dem Amiga 2000, spielte und dort meine ersten englischen Vokabeln nebenbei lernte, denn in den 80ern waren viele Spiele nur auf Englisch erhältlich - war es Anfang der 90er Jahre endlich soweit:

Ich bekam meine eigene (Handheld-)Konsole. Meine Schwester dann auch, was ganz gut war (vielleicht auch der einzige Zeitraum, indem ich mich mit ihr wirklich auch einigermaßen gut verstanden habe), denn als Pokémon erschien, bekam ich die Rote und sie die Blaue Edition und wir konnten untereinander tauschen.

Mein erster Starter war dann auch Glumanda, in späteren Editionen waren es zwar oft die Pflanzen-Starter-Pokémon, aber in der kommenden Edition werde ich auch wieder Feuer wählen... Scorbunny (oder, Hopplo ♥).

Ich mochte, neben Mario Land I & II (welches ich vor allem auch deshalb viel lieber mochte, weil da zum ersten Mal ein Abspeichern möglich war und nicht leer werdende Batterien alles zerstören konnten), am liebsten Kirby`s Dreamland & Ducktales, Tetris fand ich okay, war aber nicht unbedingt mein Lieblingsspiel.





Für die Lesenden, die sich jetzt an ihre Kindheit/Jugendzeit zurückerinnern:
Was waren eure Lieblingsspiele? Falls Pokémon dabei war - welcher Starter? Schreibt's in die Kommentare. :)